italienischer Wachposten am Brenner, 1930er Jahre
italienischer Wachposten am Brenner, 1930er Jahre

Die italienische Finanzwache am Brenner

Jeder einzelne Koffer wird durchwühlt

Bereits Ende 1918 wurde der Brenner dichtgemacht, nur in Ausnahmefällen durfte er noch passiert werden. Die jahrhundertelange Landeseinheit war über Nacht zerrissen worden. Die wenigen, die über die Grenze durften, mussten sich langen Kontrollen durch die italienische Guardia di Finanza unterziehen.

Die Tageszeitung Allgemeiner Tiroler Anzeiger vom 20.1.1919 schrieb:
"In der Station Brenner wird seit 14. Jänner die Revision des Handgepäckes und des aufgegebenen Reisegepäckes in beiden Fahrtrichtungen durch militärische Finanzorgane vorgenommen. Diese Revision wird in beiden Fahrtrichtungen in den in den Personen- bzw. Gepäckswagen vorgenommen, wobei die Eigentümer der Gepäckgegenstände anwesend zu sein haben. Reise- und Handgepäck, zu dem der Reisende zur Revision nicht erscheint, bleibt in der Station Brenner zurück. Den Reisenden ist nur die Mitnahme der zur Reise erforderlichen, gebrauchten Reiseeffekten, und den Flüchtlingen nur die Mitnahme ihres Umzugsgutes gestattet. Die Mitnahme von Tabak und Lebensmitteln, ferner von größeren Geldbeträgen, von Korrespondenzen, Druckschriften und Waffen aller Art, weiters von Musterkoffern und Handelsartikeln aller Art ist verboten und es werden diese Gegenstände ausnahmslos beschlagnahmt."

 





Symbolbild: italienischer Wachposten am Brenner, 1930er Jahre





[20.01.2019 Thomas Sinha]

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