Neuer Wechselkurs Krone-Lira

Gleichzeitig: der Versuch eines Bozner Notgeldes

Lapidar stand in der Tageszeitung Bozner Nachrichten am 14.11.1918:
"Der Nationalrat für Deutsch-Südtirol gibt bekannt, daß gemäß einer Vereinbarung mit dem italienischen Kommando im öffentlichen Verkehre 1 Lire für 2 Kronen zu geben und zu nehmen ist."

Diese knappe Nachricht hatte dramatische Auswirkungen auf die Wirtschaft Südtirols. Vor dem Krieg stand der Wechselkurs zwischen österreichisch-ungarischer Krone und italienischer Lira etwa 1:1, wobei die österreichische Währung leicht besser bewertet wurde als die italienische. Durch die kriegsbedingte Inflation verloren beide Währungen rapide an Realwert.
Bereits eine Woche später, am 21.11.1918, wurde der Wechselkurs präzisiert – wiederum zu Ungunsten der Südtiroler: 2,50 Kronen für eine Lira; 0,40 Lire für einen Kronen.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass bereits Ende Oktober 1918 – noch vor Kriegsende und Ankunft der italienischen Besatzungstruppen – der Bozner Bürgermeister Dr. Julius Perathoner ein sogenanntes "Notgeld" drucken ließ, mit welchem man den akuten Bargeldmangel bekämpfen wollte. Notgeld wurde in der Nachkriegszeit in zahlreichen reichsdeutschen und österreichischen Städten als Ersatzgeld eingesetzt. In Bozen wurde es bereits am 13. November 1918 durch die italienische Militärverwaltung verboten und kam dadurch nie in Umlauf. [Lesen Sie hier mehr]





Symbolbild: Notgeldschein 100 Kronen Bozen, 1918 - public domain





[14.11.2018 Thomas Sinha]

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