Bär im Wipptal?

Mehrere Schafe und Kälber gerissen

Im Mai 1898 hatte Constantin Graf Thun einen Bären bei Vomp erlegt, indem er "auf 15 Gänge Entfernung einen wohlgezielten Kugelschuss in den Kopf des Bären anbrachte", wie die Innsbrucker Nachrichten am 18. Mai 1898 berichteten.
Am 25. April 1913 schrieb dieselbe Zeitung, "daß ein Bär, aus dem Kaunsertal kommend, in das Gemeindegebiet [Nauders] eingebrochen sei." Aber am Abend des 23. April habe man gewusst, "daß ein Bauernsohn von Reschen, namens Wilhelm Federspiel, den Bären bereits erlegt habe."

Danach wurde es in ganz Tirol um Meister Petz eher still, bis im September 1918 das Gerücht eines reißenden Bären die Menschen im Wipptal verunsicherte. Der Tiroler schrieb am 13. September 1918:
"Aus Deutsch-Matrei [Matrei am Brenner] wird berichtet: In der letzten Zeit sind im Waldrastgebiete Teile zerissener [sic] Schafe aufgefunden worden. In den Hängen gegen Trins fand man Ueberreste mehrerer Kälber und eines jungen Stieres. Es geht das Gerücht um, daß ein Bär in dem Waldrastmassiv hausen soll, der seine Streifzüge in die ausgedehnten Weidegebiete macht. Einige Leute wollen schon deutliche Spuren gesehen haben. Streifungen der Jäger hatten kein Ergebnis. – Es handelt sich vielleicht um wildernde Hunde."



(Symbolbild: Matrei am Brenner, Blick gegen Serles – Foto: Sammlung Risch-Lau, Vorarlberger Landesbibliothek, CC BY 4.0

 



[13.09.2018 Thomas Sinha]

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